Idee

Umgestaltung der öffentlichen Flächen an den Königsplätzen
Die Neu- und Umgestaltung der öffentlichen Flächen an den Königsplätzen ist Bestandteil des Integrierten Handlungskonzeptes der Stadt Paderborn. In diesem Rahmen wurde gemeinsam mit der Standortgemeinschaft Königsplätze 2011 ein Beschränkter Wettbewerb nach RAW durchgeführt. Im Ergebnis wurde das Büro Breimann+Bruun Landschaftsarchitekten aus Hamburg mit der Planung der Umgestaltung beauftragt. In der Umbauphase werden ab 2015 in enger Abstimmung mit den Eigentümern Bodenbeläge erneuert, Stadtmobiliar ersetzt und ein neues Beleuchtungskonzept realisiert. Durch den Rückbau von Bauwerkselementen wird die Königsstraße wieder erlebbar und die Erschließung der Fußgängerebene modifiziert.

Geschichte der Königsplätze
Die Königsplätze wurden in den 70er bis 80er Jahren als Erweiterung der Fußgängerzone Westernstraße in die Innenstadt implementiert. Die Schaffung einer angehobenen Fußgängerebene mit kleinteiligen Handelsflächen und einer darunter liegenden Verkehrsebene für ÖPNV, Anlieferung und Stellplätze verwirklichte hier wie in vielen anderen Städten die Idee einer verkehrsgerechten Innenstadt. Innovativ war in Paderborn die Ansatz, neben der Trennung von motorisiertem Verkehr und Fußgängern eine am Maßstab des Menschen orientierte Architektur zu entwickeln. Zur Architektur der Königsplätze berichtete die bauwelt in ihrer Ausgabe 06.2012. Nach nun mehr als 30 Jahren Fertigstellung zeigen sich bauliche und gestalterische Defizite, die sich auch in der Nutzung durch den Einzelhandel niederschlagen. Modernisierungsmaßnahmen sind an vielen Stellen angezeigt und augenfällig – auch hinsichtlich einer größer werdenden Fluktuation von Mietern und Anzahl von Leerständen.

Im Rahmen der baulich gestalterischen Revitalisierung Königsplätze hat sich die Stadt Paderborn zur Aufgabe gemacht, die Leerstandsituation an den Königsplätzen aktiv in den Fokus zu nehmen. Den bereits bestehenden sowie durch die geplante Baumaßnahme drohenden Leerständen soll durch sogenannte Zwischennutzungen aktiv begegnet werden.
Die Freie Architektin Karin Hartmann, Initiative Baukultur, Paderborn, konnte 
im Rahmen der bereits beauftragten Projektsteuerung an den Königsplätzen durch die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) für die Konzipierung des Zwischennutzungsprojektes Chancenräume Königsplätze gewonnen und mit der Koordination beauftragt werden.

Was ist Zwischennutzung?
Andere Großstädte machen es vor – Flächen, die für eine bestimmte Zeit dem Handel oder Gewerbe nicht zu marküblichen Konditionen vermittelt werden können, werden interessierten Zwischennutzern für einen begrenzten Zeitraum mietfrei gegen die Erstattung von Nebenkosten zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug werden die Zwischennutzer durch ihre Präsenz zu „Kümmerern“ für die Immobilie, ihre Präsenz sorgt für neue Zielgruppen. Alternative Nutzungen können in diesem Sinne z.B. künstlerisch-kulturelle Inhalte, ehrenamtliche Tätigkeiten, Existenzgründungen oder universitäre Aktivitäten sein. Gleichzeitig sorgen sie für höhere, andere Besucherfrequenzen und tragen dazu bei, die Adresse und das nährere Umfeld attraktiv zu machen. Weitere Informationen zum Thema sind hier zusammengestellt.

Zwischennutzung als Mittel zur Belebung von Quartieren
Ziel der Zwischennutzungen ist, temporär leerstehende Ladenflächen wieder sukzessive mit Nutzungen zu füllen, um mit einer konsistenten Nutzung der Leerstände einen Agglomerationseffekt zu entwickeln. Die Kontinuität und langfristige Wiederbenutzung der Königsplätze in all seinen stadträumlichen Bereichen kommt dann auch der gesamten Innenstadt zu Gute.

Objektvermittlung ist keine Maklertätigkeit
Chancenräume Königsplätze wurde initiiert durch die Initiative Baukultur, Paderborn und die Stadt Paderborn. Die Vermittlung von Zwischennutzungen ist keine Maklertätigkeit mit dem Ziel einer gewerblichen Nutzung. Vermittelt werden Leerstandsimmobilien zum Betriebskostenpreis für kulturelle oder gemeinnützliche Tätigkeiten ohne gewerbliche Gewinnorientierung. Die Zwischennutzung soll so auf die Leerstände und Räumlichkeiten ausdrücklich hinweisen und wieder in den Fokus einer möglichen Nutzung rücken. 

Revitalisierung durch Ihr Interesse
Für interessierte Nutzer ist eine kurze Beschreibung der geplanten Nutzung mit wenigen Eckdaten, wie die gewünschte Fläche, besondere räumliche Anforderungen und die Art der Nutzung oder Tätigkeit sowie der Zeitraum der Nutzung erforderlich.
Interessierte Eigentümer, die sich weiter zum Projekt informieren möchten oder ihre Immobilie für einen selbst gewählten Zeitraum zur Verfügung stellen möchten, können sich direkt an die im Kontakt genannten Ansprechpartner wenden.

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